„Seine Leinwand ist der Diafilm“;
so Irmgard Schreiber,
Korrespondentin
der ältesten Tageszeitung Namibias, in ihrer Besprechung
des Buches von Thomas Keller:
Der Titel ist gut getroffen: „Ein Bilderbuch“. Mit diesen schlichten Worten stellt Thomas Keller seinen ersten Photoband vor. Es ist ein Buch, das keine effektheischende Schlagworte auf dem Umschlag braucht. Keller veröffentlicht mit dieser Publikation einige der schönsten Bilder aus seiner knapp 30-jäh- rigen Karriere als Photokünstler:
Einiges kennt man von früheren Ausstellungen, anderes nicht. Neu ist auf jeden Fall, dass der bei Swakopmund in der Namib Wüste lebende Photograph seine Arbeiten in einem Bildband präsentiert. „Danke an alle, die sich ein Buch von mir gewünscht haben“, schreibt er auf der letzten Seite seiner Publikation.
Sein „Bilderbuch“ zeigt Werke aus den Jahren 1980 bis 2006. Bilder von der Namib-Wüste, von der Sahara und vom Meer. Und dann sind da noch die Porträts und andere Arbeiten älteren Datums. Es sind Arbeiten von ergreifender Schönheit und Schlichtheit dabei. Udo Kittelmann, Direktor der National Galerien Berlin, nennt sie in seiner Einleitung zu dem Band „Stille Photographien“, und er spricht von der „Stunde der Geometrie, der reinen Formen“. Thomas Kellers photographischer Blick ist aufs Detail gerichtet, auf die malerischen Strukturen von Wüsten landschaften und Dünenformationen, Wellen schlag und – bei den Portraits – Gesichts- landschaften.
Burkhard Dobiey, ebenfalls Photograph erinnert in seinem kurzen Textbeitrag daran, dass das Wort |
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„Photographie“ aus dem Griechischen stammt und ursprünglich „Malen mit Licht“ bedeutet. Und Matthias Herrmann, Professor für Photographie an der Akademie der bildenden Künstler in Wien, erläutert in seiner Vita Thomas Kellers die Hintergründe: dass der 1937 in Berlin gebürtige Photograph einst Galerist in Starnberg und München war, dass bei seinen Reisen durch Mexiko, die USA und die Sahara das Interesse erwachte, die Faszination der Wüste mit den künstlerischen Strategien der konstruktivistischen Kunst und der Minimal Art zu verbinden. Was er damit wohl sagen will ist, dass Thomas Keller eigentlich ein Maler ist. Sein Pinsel ist die Kamera, seine Leinwand der Diafilm.
Dabei bedient sich Thomas Keller keinerlei Hilfsmittel wie Filter oder digitaler Bearbeitung, um Verfremdungseffekte zu erzielen, die etwa einen Baobabbaum in geheimnisvollem Blaulicht leuchten lassen. Sein einziges Stilmittel ist die Blende, die meisten seiner farblich surreal wirkenden Landschaftsbilder erzielt er durch starke Unterbelichtung auf empfindlichem Diafilm.
Kellers „Bilderbuch“ ist eine interessante Gegenüberstellung herausragender Photographien, die von der Faszination des Künstlers für die Wüste, ihre Bewohner und ihrer „Schwester“, das Meer, sprechen. Man sieht diesen Bildern an, was Pablo Neruda meint, wenn er in seinem Gedicht „Nocturno“ (in diesem Band abgedruckt). Folgendes über das Verweilen in der Wüste oder dem Meer sagt: I was alone. Life was space and solitude.“
Irmgard Schreiber,
Allgemeine Zeitung, Windhoek, Namibia
2008-08-08
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